Dies und Das

Eine Kneipensuche in Stuttgart

Ich wohnte schon 9 Monate in Stuttgart-Stammheim und suchte immer noch nach einer ganz normalen Kneipe. Keine Disco, kein Schicki-Micki-Publikum. Eine Kneipe (wie die an der Ecke) in der man einige Bierchen trinken kann, knobelt und sich unterhält.
An einem schönen warmen Sommertag (sonntags) ging ich spazieren. Auf dem Rückweg kam ich an einer Gaststätte vorbei. “Zum Adler - die Kneipe für flotte Leut´” Da dachte ich so:” Laß mich mal reingehen und ein, zwei Bier trinken und dann nach Hause gehen.”
Na ja, es war so gegen 17 Uhr als ich reinging und nach 23 Uhr als ich wieder rauskam. Auf jeden Fall hatte ich zumindest meine Kneipe gefunden, in der man auch von den Eingeborenen akzeptiert wurde. Und das ganze 800 m von zu Hause.
Ansonsten war es merkwürdig in Stuttgarts Gaststätten. Man kam mit den Leuten ins Gespräch; aber wenn die mitbekamen, daß man von weit weg kommt, dann zogen sie sich zurück.
Mit dem Adler-Wirt (Jürgen B.) verband mich eine langjährige Freundschaft. Leider ist er vor vielen Jahren von uns gegangen. Die Besten sterben jung.

Ein Tütchen mit Ginger Baker:

Mein Freund Horst T. (Düsseldorfer) stand unheimlich auf Ginger Baker (musikalisch). 1978 gab Baker ein Konzert in Düsseldorf. Da allgemein bekannt war, daß Ginger im Anschluß noch im Ratinger Hof auftauchte, begann Horst zu planen.

Wir stellten seinen Mercedes mittags in der Altstadt direkt vor dem Ratinger Hof ab. Danach bauten wir einen guten Joint und legten ihn ins Handschuhfach. Jetzt mußten wir noch auf die Nacht warten.

So gegen 24 Uhr kam Baker (mit seinem Piloten) in den Ratinger Hof. Wir gingen zu ihnen und fragten, ob sie einen Joint rauchen wollten. Ginger war direkt einverstanden, wollte aber nicht mit raus ins Auto kommen.

Meine Kindheit verbrachte ich ein Deilinghofen, früher eine eigenständige Gemeinde mit eigenem Bürgermeister (Ernst Loewen). Heute ist Deilinghofen nur noch ein Ortsteil von Hemer.

Ach, wie schön konnte man hier früher spielen - oder auf Teves-Wiese Äpfel klauen. Oder die versteckten Buden, die wir uns bauten (hinter den Garagen). Leider ist diese Zeit schon lange vorbei.

Früher stand man dort sonntags morgens um 4:30 Uhr auf (im Winter), um mit vollem Gepäck (25 kg) zufuß einige Kilometer zum Eishockey-Training zu gehen. Heute gehen die Kids wahrscheinlich um diese Zeit zu Bett.

Mit 14 Jahren hing ich die Schlittschuhe an den Nagel und beendete meine Eishockeykarriere beim ECD und zog mit meinen Eltern nach Ihmert. Ein Ort, den man vergessen darf.

Nach Ihmert wohnte ich mit meinen Eltern in Hemer, bis ich zur Bundeswehr kam.

Beim Bund war ich auch (Dönekes folgen) und die Zeit danach:

Als ich Ende März 1973 damit fertig war, wohnte ich wieder einige Wochen bei meinen Eltern, suchte mir aber umgehend meine erste Wohnung. Die fand ich im 2 Stock in Ergste, direkt unter dem Dach, 3 Zimmer, 36 qm. Ach, war das eine schöne Zeit - nicht um Orgien zu feiern, sondern mal zu sehen, wie es ist, wenn man alleine wohnt.

Man bekam Besuch von wem man wollte, wann man wollte, wie lange man wollte.

Man konnte kochen wenn man wollte, was man wollte. Und spülen falls Zeit dazu war.

Aber nach einem Jahr in Ergste wurde es mir im Sauerland zu ruhig. Ich wollte in die große Welt hinaus und zog nach Düsseldorf.

Zuerst hatte ich ein möbliertes Zimmer in Unterrath - bei Familie Frau Windscheif. Er hatte die Kinder und sie das Geld mit in die Ehe gebracht. Das ließ sie aber auch jeden merken. Dem Himmel sei Dank, nach einigen Monaten fand ich ein Appartment in der Graf-Recke-Straße. Nur irre Leute im Haus. Piloten, Stewardessen und anderes Flugpersonal. Wenn die alle auf einmal (durch Zufall alle paar Wochen) zu Hause waren, gab es immer eine Riesenparty. Selbst im strömenden Regen wurde Polonaise durchs Haus und den Garten getanzt. So richtig zum Wohlfühlen.

Auch im Öffentlichen Dienst - RZF in Düsseldorf -

war es sehr angenehm. Aber es kam dann doch ganz anders.

Ende der 70’er bis Ende der 80’er des vorigen Jahrhunderts

waren ich oft in Westberlin. Was ich nie verstand war, warum ich gelegentlich Probleme an der Grenze hatten. Aber nur bei den Wessis.

Vielleicht hielt man mich für Freigänger aus dem Hochsicherheitstrakt in Stammheim, in dessen Nähe ich später wohnte.

Von Aufenthalten an der Grenze gäbe es auch noch einige Anekdoten zu erzählen.

  1. Die Rückkehr nach Hemer
  2. Im November 1991 wurde die Wohnung, in der ich zur Miete wohnte, verkauft. Eine nagelneue Wohnung wurde mir vom Vermieter gleich angeboten.

    Dann las ich im IKZ (dem ich schon damals langjährig die Treue hielt), daß bei einer Zeitung in Essen ein BS2000-Systemverwalter gesucht wird. Ich überlegt mir, ob es sinnvoll sei wieder nach NRW zu ziehen. Kurz gesagt, ich bewarb mich und wurde prompt eingestellt. So kam es, daß ich Anfang 1992 wieder zurück ins Sauerland kam.

    Wenn ich gewußt hätte......
  1. Und was ich damals schon lange wollte, habe ich in Hemer geschafft. Seit einigen Jahren rauche ich keine Zigaretten mehr. Und die Entwöhnung war wirklich sehr leicht.
    Jahrelang sagte ich mir, einst wird der Tag kommen an dem ich aufhöre zu rauchen (so oder so). Wann dieser Tag kommen sollte, wusste ich nie.
    Aber an einem Samstagmorgen (freitags war ich raus zum Knobeln) hatte ich Kopfschmerzen (na klar) und da wusste ich es: der Tag ist da.
    Man soll sich keinen Termin setzen (Neujahr oder Geburtstag). Probiert es aus.... lasst Euch aber Zeit. Den Tag meiner letzten Zigarette habe ich mir nicht gemerkt.

1989 und 1990 war ich oft in Berlin, Dresden und Prag.

Diesmal in Ost- und Westberlin. Über die Erlebnisse und Eindrücke werde ich weiter unter etwas schreiben.

Jetzt (im neuen Jahrtausend) gibt es für mich nichts mehr, was mich nach Berlin ziehen würde. Nach Dresden und ganz besonders Prag würde ich allerdings gerne noch einmal fahren.

Wie viel Kavalier darf es heute noch sein?

Hamburg/Berlin (dpa/tmn) - Die Zeiten für Kavaliere waren schon einfacher: Damals, in der Ära vor Alice Schwarzer, als man den Fräulein noch selbstverständlich aus dem Wagen und in den Mantel half und sie es mit einem Lächeln quittierten.

Heute bekommt manch verhinderter Gentleman ein barsches "das kann ich selbst" entgegen gezischt. Andere Frauen dagegen schmelzen dahin. Zurück bleiben verunsicherte Männer, die sich fragen: Wie viel Kavalier darf es nun sein?
..........

Mein Kommentar zum Auszug des links stehenden Zeitungsartikel: wie schon weiter oben im Text ”mit Simone v. M. auf der Cebit” vermerkt, habe ich mich als “Türaufhalter” geoutet - mit Allem was dazu gehört. Leider ist es so, daß die meisten Frauen dies nicht mehr wünschen. Wie schade!!

Wie erfreut  war ich aber im Januar, als ich im Eingangsbereich des VH3 der WAZ (dort wo kein Pförtner sitzt) auf eine Dame (Mitte 30) stieß, die nicht wußte, woher sie zu ihrem Ziel gehen solle und dabei einen etwas hilflosen Eindruck machte. Ich fragte sie, ob ich ihr helfen könne. Sie erklärte, daß sie einen Termin mit der GGF hätte und nicht wisse, wie sie dorthin kommen könne. Ich bot ihr an, sie dorthin zu begleiten. Sie stimmte erfreut zu. Ich durfte ihr die Tür aufhalten, ganz selbstverständlich, so als wäre es das Normalste auf der Welt. Wahnsinn.

Aber es kam noch besser. An diesem Nachmittag regnete es leicht. Ich bat sie, auf der Treppe im Trockenen zu warten. Vor der Treppe stand mein Auto, aus dem ich einen Regenschirm holte. Unter einem Regenschirm am Abend Nachmittag, mit leichter Konversation, durfte ich sie regengeschützt zum Pförtner ins VH2 begleiten. So erfuhr ich, daß sie mit dem Zug aus Frankfurt komme, dort habe mittags noch die Sonne geschienen, und ...... noch mehr.

Ach ja, das Leben bei der WAZ hat manchmal auch seine schönen Momente (ohne Ironie).

Warum geben uns die Frauen nur so wenige Gelegenheiten, damit wir uns als Kavalier zeigen oder fühlen dürfen???

Auf der anderen Seite könnte man(n) sich aber auch falsch verhalten: es war im KV in Leinfelden-Echterdingen. Dort hatte ich in der Anzeigenabteilung eine sehr interessant aussehende Kollegin - Karin B.. Interessant aussehend - bitte nicht missverstehen. Leider kam ich nie in ein lockeres Gespräch mit ihr........

Aber, was ich eigentlich erzählen wollte: Egbert O. und ich gingen durch die Verwaltung. Da kam uns Frau B. im Durchgang der zwei Verlagshäuser entgegen. Egbert hielt ihr die Tür auf, sie bedankte sich und wir gingen weiter. Nach ein paar Metern sagte mein Kollege zu mir: “Du hast ja echt recht, diese Frau sieht wirklich interessant aus. Wie kommt man bloß ins Gespräch mit ihr?” Ich sagte ihm, er hätte nachdem er ihr die Tür aufhielt und sie sich bedankte, sagen sollen: “Ich würde Ihnen auch gerne abends mal eine Restauranttür aufhalten”. Er bedauerte sich selbst, daß er nicht so spontane Einfälle habe (die ich aber auch nicht immer habe).

Zwei Stunden später, wir saßen wieder in unserem Büro, kam Egbert bei mir vorbei und sagte ernsthaft: “Ich hätte ihr (also der Frau B.) sagen sollen, daß ich ihr abends auch gerne einmal meine Schlafzimmertür aufhalten würde”.

Ich konnte nur laut losprusten, die Kaffeeflecken sind wahrscheinlich immer noch an der Wand. Mit dem Spruch hätte er bei Karin B. bestimmt gewonnen.

Theo im RZF
Ginger Baker
Theo bei der Guggenheim-Ausstellung
Theo im Profil mit Zopf
Adleraufkleber
Theo und Nora auf Moped

Zurück nach Hemer.

1978 trat ich eine neue Arbeitsstelle in Iserlohn an. Grund genug, um wieder nach Hemer zu ziehen. Ich bekam schnell eine Wohnung in Hemer-Sundwig (3. Stock). Kurz darauf zoge ich im gleichen Haus um, in den 1. Stock. Aber das war auch nicht für sehr lange, denn dann wechselte ich die Wohnung innerhalb von Hemer-Sundwig um. Schöne Wohnung - aber auch nur für 3 Jahre.

Bedingt durch einen weiteren Arbeitsplatzwechsel ging es dann ab nach Stuttgart-Stammheim. Es war eine sehr schöne Zeit dort.

Theo als Kind mit Teddy
Theo als Kind mit Schultüte
Theo mit langen Haaren
Theo mit Roller

Nachdem meine Arbeitszeit beendet war, überlegte ich mir, daß es Zeit ist mir mal wieder ein Motorrad anzuschaffen. Jahrelang war es mein Wunsch, wieder Chopper zu fahren. Aber als mir auffiel, wieviel Männer in meinem fortgeschrittenen Alter so ein Teil fahren (ganz cool, Jet-Helm, 3-Tage-Bart etc). Aber durch eine Kurve können sie nicht fahren. Die Harley kommt mit dem Rentenbescheid.
Als kaufte ich mir einen Motorroller. Gemütlich, aber schnell genug. Auf der Autobahn kann man 130 km/h fahren. Aber das möchte ich eigentlich nicht.
Nächstes Jahr (2013) werde ich meine ausgiebige Freizeit nutzen und ein wenig durch die Gegend fahren. Schöne Fahrten durchs Sauerland, Unna, Kamen ..... sind angesagt.

Theo im blauem Hemd
Hemer Bach
Hemer Stadttor
Winter am Habichtseil