Single-Sauerland
Draussen auf der Bank

Start Single-Urlaub 03. Okt. 2011

Vor dem Urlaub 2011

Schon seit vielen Jahren wünsche ich mir ein paar Tage Ruhe. Ruhe vor dem Telefon, Ruhe vor dem Fernsehen, Ruhe vor dem Internet, Ruhe vor der Türklingel ...... - einfach nur mal allein sein, überlegen wer man eigentlich ist, was man will, was man nicht will. Eine Woche ohne permanente Erreichbarkeit. Ohne Fragen wie: ”Was möchtest Du heute mal essen?”

Lange suchte ich im Internet nach einer einsamen Hütte und war froh, als ich sie endlich gefunden hatte. Einsam ist vielleicht übertrieben - die nächste Gemeinde (Bontkirchen)  ist nur wenige hundert Meter entfernt.

Nach einer Anfrage rief mich der Vermieter an, um mir mitzuteilen, daß der Juli schon ausgebucht, und im Sauerland wäre es doch im September am schönsten. Als Sauerländer weiß ich das natürlich. Wir unterhielten uns einige Minuten, und er stellte mir die Frage: ”Und Sie wollen wirklich ganz allein Urlaub im Sauerland machen?”

Wanderweg
Hütte
Blick auf Kapell

Es muß schon ein eigenartiger Wunsch sein: “Single-Sauerland-Urlaub”. Sehr oft wurde ich darauf angesprochen und nach dem “Weshalb” und “Wieso” gefragt. Mein Bruder wollte mich besuchen, wie auch mein Freund Gerd. Diese Bitten wies ich aber sofort und rigoros zurück. Denn ich möchte  nur Ruhe und  größtmöglichen Abstand zum gewohnten Alltagstrott.

Dort setze ich mich vor den Kamin, lese ein Buch, schreibe Ansichtskarten, trinke mir ein Bier und gehe zu Bett und stehe auf wann immer ich auch will. Vielleicht auch eine einsame Nachtwanderung um den Diemel-See. Auf der Terrasse sitzen, die vielen 700ter in der Umgebung “besteigen”. Langweilig wird es mir bestimmt nicht werden.

Kamin
Buch lesen

Die Anreise 2011

Am Samstag (03.09.11) brachten meine Tochter und ihr Freund mich nach Bontkirchen.

Nachdem alles Wichtige (Bier, Wein, Apfelschorle, Essen und Kleidung, sowie reichlich Bücher) verladen wurde, konnte es losgehen. Und nach knapp über einer Stunde waren wir am Ziel angekommen.

Wir luden das Gepäck aus, und ich wartete auf die Freigabe zum „Einzug“. Ein kurzes Winken vom Balkon und Töchterlein fuhr mit Lino wieder los.

Abschied

Der Aufenthalt 2011

Während im Haus noch geputzt wurde, ging ich ins Dorf und schaute mich ein wenig um. Ein nettes Dorf und sehr ruhig. Mit Allem was man braucht.

Mehrere Gaststätten, ein Lebensmittelladen der vormittags geöffnet hat, eine Bushaltestelle mit Fahrmöglichkeit nach Brilon und Willingen.

 Auf dem Rückweg zur Unterkunft kam ich zum ersten Mal wirklich ins Schwitzen. Ein steiler Aufstieg von 800 Meter vom Dorf bis zum Haus  – bin ich ja nicht gewohnt.

Nachdem ich noch ein sehr nettes Gespräch mit der Verwalterin hatte, kochte ich mir einen Kaffee und packte meinen Koffer aus.

Blick auf die Kirche
Draussen auf der Bank

Nach dem Einzug saß ich draußen auf der Bank und trank in Ruhe ein Glas Rotwein.

Es ist wirklich ruhig dort. Ein wenig Vogelgezwitscher, sonst war nichts zu hören. Nur ein munteres Eichhörnchen ließ sich sehen.

Abends saß ich dann auch dort draußen und beschaute mir den Sternenhimmel. Super!!

Es ist  so, wie ich es mir gewünscht habe.

Woran ich mich die ganze Woche nicht gewöhnen konnte war die Raumaufteilung. Kommt man durch die Eingangstür geht es geradeaus und rechts in die Schlafräume. Durch die linke Tür kommt man in den sehr großen Wohnraum. Von dort führt die linke Tür in die Küche, die rechte Tür ins Bad und WC.

Blick vom Wohnzimmer
Blick aufs Dorf
Landschaft 01
Blick aufs Dorf 02
Waldesruh

Sonntags bin ich zum Waldgasthof „Waldesruh“ gegangen. An diesem Abend war ich gezwungen den Regenschirm mitzunehmen. Nach etwas über 1 Stunde kam ich dort an. Das Essen war sehr gut. Der Wirt war erst ein paar Tage im Amt. Ein alter Freak in meinem Alter. Es war ein netter Abend. Als ich ging wurde es schon sehr dunkel.

Aber als alter Abenteurer nahm ich auf dem Rückweg einen Wanderweg, der immer schmaler wurde und zum Ende nur noch als Wildwechselpfad zu erkennen war. Und es war fast Nacht. Man sah gerade noch die Hügel auf der anderen Talseite, halb in den Wolken verdeckt. Es war ein wunderbares Gefühl - so ganz allein in der „Wildnis“. Ich war am Nachmittag vorgewarnt worden, daß man sich in der Umgebung von Bontkirchen schnell verlaufen kann. Mir ist aber nicht passiert.

Etwas ermüdet kam ich dann in der Hütte an und legte mich frühzeitig (für sonntags) ins Bett.

Der abendliche Ausblick vom Wohnbereich aus dem Fenster.

Diemelsee Nachbecken
Diemelsee Turbinenhaus
Diemelsee

Da es oft sehr bewölkt war und im 2-Stunden-Rhytmus regenete, waren längere Wanderungen nicht angesagt. Mein Outdoor-Navi ist dann nicht mehr bereit, mir willig den Weg zu weisen. Der Empfang ist nicht ausreichend bei bewölktem Himmel. Und im wilden Sauerland wollte ich mich nun doch nicht verlaufen, da ich auch schon vorgewarnt wurde.

Obwohl mir kein Auto zu Verfügung stand, vermisste ich es auch nicht. Ich bin viel spazieren gegangen – allerdings immer nur unter 10 km. Bei den Höhenunterschieden war es doch etwas beschwerlich. Ich habe gemerkt, daß ich aus der Übung bin.

Morgens versuchte ich Pilze zu jagen, habe aber keine gefunden. Auf den Spaziergängen auf der anderen Talseite am Nachmittag, als ich keinen Korb oder Tasche dabei hatte, fand ich jede Menge Pilze. Na ja, die stehen wahrscheinlich noch heute dort.

An einem Tag war ich mit dem Bus in Brilon. Wäre gutes Wetter gewesen, hätte ich die 13 km zu Fuß zurückgelegt. Der letzte Bus von Brilon zurück fuhr schon um 13:16 Uhr. Aber 3 Stunden in Brilon reichen auch aus. Ich kaufte Ansichtskarten, ging zum Essen und sah mir die Geschäftsstelle der Westfalen Post an. War auch alles ausreichend.

Ansonsten war es eine wirklich gute Idee von mir alleine Urlaub zu machen. Am Samstag und Sonntag wäre es schön gewesen sich mit jemanden zu unterhalten. Jemanden den man nicht schon jahrelang kennt. Neue Themen, auch Persönliches, wäre sehr angenehm gewesen. Lebensweisheiten austauschen und zusammen zu frühstücken...... Na ja, vielleicht im nächsten Jahr.

Aber mein Wunsch war es ja dort allein zu sein. Und ich bereue es nicht. So ganz ohne Stress, ohne Unterhaltungen quer durch die Wohnung, machen zu können was man will ist einfach nur herrlich. Es hat mir wirklich sehr, sehr gut dort gefallen. Die Ruhe war himmlisch, das Bett bequem; und bei Selbstverpflegung gibt es nichts zu meckern.

Ofen
Betten
Wohnecke
Startbild 2013

Vor dem Urlaub 2013

 


Single-Sauerland-Urlaub 2011 und 2013
 

 

Hemer Bach
Hemer Stadttor
Winter am Habichtseil